WAZ / August 2003

Medizinische Versorgung verbessert

Ehemalige Sportler versorgen mittlerweile vor Ort die Top-Athleten von heute

 

Beste Bedingungen für erfolgreichen Leistungssport auch in medizinischer Hinsicht versprechen sich die Macher am Olympiastützpunkt von einem neuen Konzept. Nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit in einer Sportart wie Leichtathletik, die ja an der Hollandstraße schwerpunktmäßig betrieben wird.

 

Drei Ärzte - die Wattenscheider Dr. Werner Bastians, Dr. Andreas Falarzik und Dr. Jens Enneper aus Hellersen - kümmern sich mittlerweile um die Sportler des Olypiastützpunktes, sind an mehreren Tagen in der Woche auch vor Ort. Gleiches gilt für die Pysiotherapeuten Frank Speier und Morus Scholl. Ärzte und Physiotherapeuten sollen verstärkt kooperieren, den einen oder andern Fall absprechen. Für Stützpunkt-Koordinator Oliver Burkamp und Michael Huke, Sportwart der Leichtathleten des TV 01, ein wichtiger zukunftsweisender Schritt: "Auf die letzten Jahre zurückblickend ist das das beste Umfeld, was wir je hatten", so Huke, der seit 1991 in Wattenscheid ist.

Eine so vernetzte, professionelle Betreuung ist keinesfalls eine Selbstverständlichkeit in der Leichtathletik, wo eben nicht so viel Geld im Umlauf ist wie beim Profi-Fußball. Dort umsorgen ganze Horden von Ärzten und Physiotherapeuten die Balltreter von Berufs wegen, die Behandlungen werden über die Berufsgenossenschaft oder Etats der Vereine abgegolten. In anderen Breichen ist die Behandlung von Spitzensportlern eher "eine Grauzone des Kassenrechts", wie Dr. Falzarik es ausdrückt. Wo Gesundheit als Abwesenheit von Krankheit definiert wird, wird die Vorsorge wie ein Hochleistungs-Athlet sie benötigt vernachlässigt. "Otto Normalverbraucher" kann mit einer Zerrung arbeiten, ein Sprinter nicht, er braucht intensive Behandlung. Diese Kosten übernehmen die Kassen nicht und sie werden nicht vollständig durch öffentliche Zuschüsse abgedeckt, die ohnehin nur Kader-Athleten erhalten, wie Burkamp erläutert.

Bleibt also der kleine Dientsweg. Wie gut, dass es da die ehemaligen gibt, die sich dem Sport und dem TV01 noch verbunden fühlen. "Rational lässt sich unser Engagement nicht erklären, wir wollen dem Verein etwas wiedergeben", sagt Werner Bastians, der wie Andreas Falarzik und Jens Enneper einstens im TV 01 Sport getrieben hat. Michael Huke: "Wir sind sehr, sehr dankbar, dass wir dieses Angebot haben, und das sie das ehrenamtlich machen."

 

BU: Kooperationspartner des Olympiastützpunktes und des TV 01: (v. li.) Frank Speier, Dr. Werner Bastians, Dr. Andreas Falarzik, Morus Scholl - umringt von 01-Sportwart Michael Huke (li.) und Stützpunkt-Koordinator Oliver Burkamp.